Stimmung gegen Ausländer

22. Januar 2008 | Von | Kategorie: Ausländerhass

Stimmung machen mit kriminellen Ausländern

Herr Roland Koch hat es wirklich toll vorgemacht, wie man mit Ausländern die Stimmung im Land aufheizt. Aufgegriffen wurde Roland Kochs Thema dann auch sofort von der BILD, denn kaum ein anderes Thema erregt die Gemüter so wie Ausländische Kriminelle und dann auch noch Jugendliche. Nunja, soweit waren wir ja schon.

Die BILD Zeitung hat es heute aber wirklich auf den Höhepunkt gebracht. Jetzt scheint die BILD Berichterstattung völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein und nun konstruiert sich die BILD einen Fall, der an sich so gar nicht auf Seite 1 der BILD stehen dürfte. Zumindest nicht, wenn man mal die Fakten, die BILD auf den Tisch legt analysiert. Denn dann wird schon alles viel klarer.

Es geht um Abdul, den “kriminellen Ausländer”

Groß und breit auf Seite 1 der BILD stand dann auch heute:

Tot-Raser Abdul – Er ist immer noch frei!
Schlagzeile der BILD-Zeitung vom 22.01.2008

Nun zu den Fakten, die BILD beschreibt:

  • “Der Tot-Raser heißt Abdul H. (27), wohnt mit Frau und Kind in einer Sozialwohnung in Köln.”
  • “Gekommen aus Algerien, abgeschoben, trotzdem wieder zurück nach Deutschland.”
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahlässiger Tötung. D.h. dass Abdul keine Absicht hatte jemanden getötet hat, sondern versehentlich, weil er einen Verkehrsunfall hatte, den er verschuldete. Das Verfahren läuft allerdings.
  • Allerdings muss man sagen, dass Abdul sich nicht korrekt verhalten hat, sondern in seiner Panik Fahrerflucht begangen hat.

Die BILD hat es geschafft, genau diese Fakten, mit Unsachlichkeiten wie der ethnischen Herkunft, den Familienumständen und der kriminellen Vergangenheit dieses Mannes zu mischen um dann die Frage zu stellen: “Kein Haftgrund?”.

Es wird dem Ottonormalleser also weisgemacht, dass dieser Mann eigentlich ins Gefängnis müsste. Ganz ungeachtet bestehender Gesetze und laufender Verfahren wird hier bei der BILD argumentiert, als könnte man Kriminelle einfach nach Gefühl verurteilen und nicht nach Gesetzen. Ähnlich weit waren wir schon mal: Im dritten Reich.

Die BILD erweckt durch den Artikel den Eindruck, dass schon wieder ein krimineller Ausländer frei draußen herumläuft, der eigentlich hinter Gitter müsste und lenkt mal wieder die Aufmerksamkeit auf unsere ausländischen Mitbürger, indem sie den Hass gegen Ausländer weiter schürt.

Ein Ausländer auf Seite 1

Die Arme Frau, die bei dem Unfall der durch Abdul verursacht wurde, ist allerdings kein Einzelfall. Insgesamt starben im letzten Jahr 5091 Menschen im deutschen Straßenverkehr. Die Anzahl der Fälle von Fahrerflucht lag bei über 40.000.

Warum muss also ausgerechnet hier wieder ein Ausländer plakativ in der Öffentlichkeit hochgehalten werden? Wenn es nicht nur um eine Lösung des Problems geht, dann kann es doch nur um die Auflage der BILD gehen.

Plakativ abgedruckte Ausländerkriminalität

Noch einmal zum Mitschreiben: Um Kriminalität zu bekämpfen hilft es nicht, Ausländer Schlagzeilenwie “Ali hat Verbrechen XY begangen und läuft immer noch frei rum” wie verrückt herrauszuposaunen. Denn diese Art von Artikeln schreckt auf der einen Seite die Ausländer ab, denn sie kommen sich dadurch auf Dauer lästig und ungewollt vor. Auf der anderen Seite denken durch eine solche Kampagne immer mehr Deutsche schlecht über Ausländer. Resultat: Beide Parteien driften auseinander.

Da ein großteil der Arbeitgeber in Deutschland nun mal Deutsche sind, wird es nun für Ausländer und Deutsche ausländischer Herkunft schwer Arbeit zu finden. Die stetige Ablehnung bietet den Jugendlichen keine Alternative und Ausländer sind somit einer sehr hohen Gefahr ausgesetzt, auf die negative Bahn zu kommen.

Folgedessen sind die “vielen kriminellen Ausländer” von denen die BILD die ganze Zeit schreibt schlicht und einach auch ein Produkt der BILD Kampagnen gegen ausländische Mitbürger in der Vergangenheit.

In meinen Augen ist das nichts anderes als heuchlerischer, rassistischer Journalismus mit dem Motiv den Gewinn der Zeitung durch eine Auflagensteigerung zu optimieren. Was soll es auch sonst sein? Aufklärung sieht anders aus!

Wenn man es so sieht lässt die BILD sogar von den Rassisten in unserem Land kaufen!




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4 Kommentare
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  1. [...] sein. Im Wahlkampf von Roland Koch ist die BILD in Ihrer pro Roland Koch Haltung nicht gerade für Ausländerfreundlichkeit und Migrationshilfe [...]

  2. [...] härtere Bestrafung von Jugendlichen und schürte durch Ihren plakativen Angriff auf Ausländer den Hass zwischen deutschen und ausländischen Mitbürgern. Jetzt scheint die BILD ein neues Thema gefunden zu haben und fährt eine dermaßen harte [...]

  3. Ähm, ich finde es absolut bescheuert, dass hier jetzt behauptet wird, dass die angebliche(ich habe da keine Statistiken zur Verfügung) hohe Arbeitslosigkeit unter jugendlichen Ausländern das Produkt der Bild sei. Dieses Schmierblatt trägt mit Sicherheit seinen Teil dazu bei, aber es ist genauso schlimm, dass Ausländer immer wieder mit Sanfthandschuhen angefasst werden als wären sie behinderte(da ich selbst unter einer Behinderung leide kann ich für mich sagen, dass mich das ziemlich ankotzt).

    Das zeugt von mich genauso von rassenorienterter Arroganz, denn eines habe ich gelernt: Egal wie es im Arbeitsmarkt aussieht, wenn du etwas gut kannst und dein Potential nutzt, dann kriegst du auch einen Job. Da interessiert den Chef nicht mehr wer oder was du bist, solange du dich einigermaßen benehmen(Höflichkeit) kannst.

    Es wird immer weider gerne von der linken Seite unter den Tisch gekehrt, dass viele dieser Jugendlichen eben nicht sonderlich Kompetent auf sozialer Ebene sind. Das liegt zum Teil an dem was sie im Elternhaus erleben. Vorallem liegt es aber daran, dass ihnen die Welt nicht aus genügend Blickwinkeln gezeigt wird und sie daran oft auch garkein interesse haben. Dass Deutsche da mit Sicherheit nicht anders sind, will ich garnicht abstreiten.

    Es ist nur so, dass die Deutschen hier die Mehrheit bilden und sich deswegen nicht zwangsläufig in dem Rahmen ihren Mitmenschen anpassen müssen, in dem es ein Zuwanderer aus einer erzkonservativ islamischen Familie aus der Türkei vielleicht muss.

    Hinzu kommt, dass man Vorurteile nicht mit Erfahrungen verwechseln sollte. Die Erfahrungen die ich im besonderen mit Migranten und in selteneren Fällen mit Deutschen gemacht habe war einfach, dass der Großteil der Bevölkerung Rückgratlos ist. Hauptsache jemanden haben den man Fertig macht. Jedes Volk kriegt die Presse die es verdient ;-)

  4. Was ich ganz vergessen habe: Der Linke Flügel trägt selbst eine Teilschuld am Ausländerhass, weil da genauso wie bei den Scheissrechten kaum einer differenzieren kann. Schlimmer noch, es werden immer wieder Menschen in Verruf gebracht Nazis zu sein, die intellektuell gesehen davon soweit entfernt sind wie die Sonne von der Erde… und weiter.

    Beim Bürger entsteht dann nämlich folgendes BIld: Wir müssen vor ihnen kriechen, weil wir ja so ein wertloser haufen Dreck sind und sollten froh sein, wenn wir von ihnen auch nur angespuckt werden.

    Ich für meinen Teil sehe Doofland als ein relativ freies Land in dem man eine relative Freiheit genießt. Für diese relative Freiheit muss man einen Teil seiner Freiheiten aufgeben, indem man sihc an Gesetze hält die für ein gutes miteinander geschrieben wurden. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein.

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