Ypsilanti & die Linke, Roland Koch & die Rechte(n)

14. August 2008 | Von | Kategorie: Ausländerhass, Top Themen

Die BILD Zeitung kann und will es wohl nicht wahr haben, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland eine Demokratie haben. Denn zu einer Demokratie gehört das Wählen der Parteien durch die Bürger. Nach einer solchen Wahl ist es völlig normal, dass sich Parteien mit einer gewissen Schnittmenge an Zielen zusammentun, um zumindest die gemeinsamen Interessen gegenüber der Opposition durchzusetzen.

Sollten sich morgen CDU und FDP zusammentun, würde in der BILD Zentrale in Berlin wohl kein Hahn danach krähen. Genug gemeinsame Ziele gäbe es ja. Anders sieht dies bei der SPD und der Linken aus. Hier wird von der BILD Zeitung gehetzt was das Zeug hält. Denn Andrea Ypsilanti hatte vor einiger zeit ein folgenden Satz gesagt:

Es bleibt definitiv dabei: Mit der Linkspartei wird es keine Zusammenarbeit geben – weder so noch so.

Auf diesen einen Satz beschränkt sich die komplette BILD Berichterstattung über Andrea Ypsilanti seit Januar 2008. Die BILD Zeitung, die im Januar nicht unwesentlich daran beteiligt war die Ausländerhetze von Roland Koch in Deutschland zu verbreiten, schreibt in ihrer Paranoia vor der Linkspartei seit 6 Monaten nichts anderes als schlechte Nachrichten über Ypsilanti. Roland Koch wird seitdem immer als der gute Papa dargestellt, der Andrea Ypsilanti mit seinen “weisen Tipps” wieder auf den rechten Weg weist.

BILD contra Links

Damit das ganze noch ein wenig klarer wird wie sehr die BILD gegen Andrea Ypsilanti, die SPD und die Linke schreibt, hier ein paar Schlagzeilen nur aus diesem Monat:

Sturkopf Ypsilanti
BILD Zeitung vom 05.08.2008

Bayern-SPD warnt Ypsilanti vor „glattem Wortbruch“
BILD Zeitung vom 09.08.2008

Will Ypsilanti doch Rot-Rot-Grün?
BILD Zeitung vom 11.08.2008

Andrea Ypsilanti lehnte Heiratsantrag von Lebensgefährten ab – „Ich habe Nein gesagt. So etwas probiert er nur einmal.“
BILD Zeitung vom 13.08.2008

Abgesehen von dieser mehr als persönlichen Schelte von BILD an Ypsilanti gestern, heute dann der Knaller: Die BILD scheint im Kampf gegen Links nichts auszulassen um die SPD und die Linke in ein schlechtes Licht zu stellen:

Warum tut sich die SPD so viel SED an?
BILD Zeitung vom 14.08.2008

Im Artikel bringt die BILD Zeitung es in Sachen Volksverdummung auf den Punkt:

Im Kern allerdings wäre es nichts anderes als das erste Bündnis der SPD im Westen mit der alten SED aus dem Osten!

Ja aber natürlich liebe BILD Zeitung! Genauso sind alle alle Menschen aus der ehemaligen DDR Stasi Mitarbeiter und die beste davon ist jetzt unsere Kanzlerin. Ypsilantis Linksbündnis wird seitens der BILD also attakiert ohne Ende. Das schlimme ist nur, der Leser glaubt am Ende dem gedrucktem Wort der BILD. Damit kommen wir zur rechten “Propagandaarbeit” der BILD.

BILD pro Rechts(radikales)

Andrea Ypsilantis direkter Gegenkandidat ist ja bekanntlich Roland Koch. Koch ist der Mann, der Januar zur gleichen Zeit mit seiner Hetze gegen Ausländer so gut bei der BILD ankam:

Wir haben zu viele kriminelle Ausländer
Schlagzeile der BILD Zeitung vom Januar und Zitat von Roland Koch

Koch hetzt gegen Ausländer
Kommentar auf Tageeschau.de über Roland Koch

Nicht nur dass Roland Koch von der BILD Zeitung immer in seinen Argumenten gestärkt wird, die BILD Zeitung spielt den rechtsradikalen tagtäglich Argumente zu, die es ihnen sehr leicht machen für die Rassentheorie zu argumentieren. Es gibt zum einem

Also wirklich! Da ist man ja nirgendwo vor denen sicher!

Na dann haben wir unseren glatzköpfigen Freunden aus der NPD doch wieder ein wenig den Weg geebnet. Denn die Nazis müssen Ihrer Zielgruppe ja nicht mehr erklären wie gefährlich und gemein die Ausländer alle sind. Die Arbeit hat die BILD den Menschen schon abgenommen. Die machen dann direkt mit der Rekrutierung des Parteipersonals weiter. Geht halt schneller.

Dann können wir vielleicht auch bald wieder die von BILD so unverstandene Demokratie wieder abschaffen und die BILD kann sich auf das wesentliche konzentrieren: Propaganda für die Rechten!

Danke Roland Koch, danke liebe BILD Zeitung!




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4 Kommentare
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  1. Nunja, den Verweis auf die Demokratie kann ich nur unterstützen – aber genau dieser verweigert sich Andrea Ypsilanti ja: Sie ist gewählt worden mit der klaren Ansage, NICHT mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Jetzt will sie es doch tun. Was läge da näher, als sich das OK der Wähler bei Neuwahlen zu holen? Dumm nur, dass alle Umfragen klipp und klar sagen, dass die SPD in Hessen bei Neuwahlen MASSIV verlieren würde. Die hessischen Wähler wollen also keine rot-rot-grüne Regierung (bei aller Aversion gegen Roland Koch, die ich übrigens auch teile). Insofern ist es schon ein wenig – sagen wir mal – problematisch, die Vorgehensweise der hessischen SPD mit Verweis auf demokratische Spielregeln zu verteidigen, oder?

  2. Da muss ich Dir Recht geben. Die SPD hat da einiges an verbrannter Erde hinterlassen. Das ewige hin und Her und die unklare Linie gegenüber den Wählern kam überhaupt nicht gut an.

    Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass die BILD in der Zeit nach der Hessen Wahl, immer weiter massiv gegen die SPD geschrieben und kein gutes Haar an der Hessen SPD gelassen hat. Die Linke wird dermaßen in den Dreck gezogen, dass der SPD alleine der Versuch einer Zusammenarbeit der mit nur schaden kann.

    Das die SPD die Linke durch ihre Aussagen allerdings auch in ein schlechtes Licht gestellt hat, kommt dann allerdings auch noch dazu.

  3. [...] Weiter: Zum ganzen Artikel [...]

  4. Nunja, dass die Linke Teile der PDS enthält und die DDR ein schreckliches Regime darstellte sollte wohl trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Es bleibt mir immer schleierhaft warum die eine deutsche Staatsdiktatur per “Ostalgie” hochgepriesen wird und die andere verschrien. Klar hat die DDR nichtmal im Ansatz so viel Vernichtung gebracht wie Nazideutschland, aber das macht sie keineswegs besser. Fragt mal die alten Regimegegner aus der DDR wie toll es war unter den SED-Funktionären war.

    Ich kenne Menschen, die ihr Medizinstudium nicht anfangen konnten, weil sie aufgrund persönlicher Ideale und Überzeugungen nicht der SED beigetreten sind und die sind mit Sicherheit keine Nazis gewesen. Soviel zur tollen Chancengleichheit in der DDR und all der “Ostalgie”(ist dieses kackwort eigentlich auch eine Wortschöpfung der Blöd?)

    Oh und so links wie die Linke zu sein meint, ist sie mit Sicherheit nicht. Vielleicht auf der Basis aber weiter oben herschen doch immernoch die verblendeten Querköpfe von eh und je, denen es nur um die eigene Karriere geht. Das ist in allen Parteien so und daran wird sich denke ich niemals was ändern.

    Ein Beispiel:

    Du bist jung und idealistisch und kämpfst in einer der Jugendlichenorganisationen der Partei. Beigetreten ist du ihr natürlich schon lange. Dein Aufstieg ist steinig und zäh, aber du schaffst es bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat. Da ist der erste richtige Schritt gemacht und du knüpfst Kontakte. Nebenbei machst du dein Studium im Bereich Jura, Philosophy, Politik, Wirtschaft oder oder oder. Mit 30, Sitzt du immernoch im Stadtrat und nun kommt der Griff zur nächsten Sprosse. Bald sind Landtagwahlen und dir wird ein Angebot gemacht. Jetzt entscheidet sich für dich ob du erste Überzeugungen über Bord werfen kannst für die große Sache. Du gehst einen Kuhhandel ein, lernst jeden Tag neue “Parteifreunde” kennen und musst dich verbiegen. Das hast du aber schon im Landrat gelernt, dank des Fraktionszwanges. Jetzt bist du im Landrat und stimmst für Dinge ab von denen du keine Ahnung hast und die Regionen betreffen von denen du im besten Fall mal in einem öffentlich-rechtlichen in einer Doku über Flüsse und Berge gehört hast. Du machst dir aber keine Sorgen, denn deine Parteifreunde sagen dir wie du abstimmen musst. Es ist ja für die Große Sache. Du bist jetzt 38 und warst zwei Legislaturperioden lang im Landtag. Demnächst stehen wieder Wahlen an. Der Ministerpräsident hätte dich gerne als Minister auf deinem Fachgebiet und nun musst du dich noch mehr verbiegen. Sollte dein Rückgrat noch nicht gebrochen sein, passiert das spätestens hier, weil du so weit von der Basis entfernt bist, dass du ihre Fragen schon garnicht mehr verstehst. Jetzt geht es aber auch nicht mehr um deine Intressen oder Ideale, denn du hast nun Kinder, ein eigenes Haus und bist Berufspolitiker. Vor 8 Jahren hast du dein Studium im letzten Semester abgebrochen um mehr Zeit für den Wahlkampf zu haben, warst hoch verschuldet und dich entschieden dein Leben voll und ganz der Politik zu widmen. Der öffentliche Druck ist enorm und du musst vorsichtig sein mit wem du redest. Die von der Opposition sind Nett, Genauso wie deine Parteifreunde. Ihr seid alle Nett zueinander, denn ihr wisst, dass ihr einander braucht. Jetzt wo du Minister bist brauchst du sie immer mehr, denn täglich stehst du in der öffentlichen Kritik und verstehst die Welt nicht mehr. Das ist aber unerheblich. Nun mit 46 nach zwei Legislaturperioden als Minister wirst du zum Ministerpräsidenten von Bundesland XY. Du hast alle deine Ideale verraten und musst zusehen wie du deinen sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status erhalten kannst. Heute ärgerst du dich, dass du nicht in die Wirtschaft gegangen bist. Die zahlen besser und nach 10 Jahren kannst du in den Ruhestand. Da hast du am Ende zwar auch alles verraten, woran du geglaubt hast, aber dafür hätte niemals jemand danach gefragt.

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